Gründung

Ledereimer von 1809

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hirrlingen lässt sich nicht eindeutig datieren. Es kommen mehrere Daten in Frage, die sich von den vorhandenen Gerätschaften ableiten lassen. Diese zeugen zumindest von einem - wie auch immer - organisierten Feuerlöschwesen.

Der älteste noch erhaltene Ausrüstungsgegenstand ist ein lederner Eimer aus dem Jahr 1809.

 

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1847 - Feuerspritze gekauft

Einen weiteren Hinweis auf ein geordnetes Löschwesen gibt die am 15. März 1847 zum Preis von 1022 Gulden beschaffte Feuerspritze der Firma Ackermann in Eutingen. Deren Bedienung setzt eine geschulte Mannschaft voraus.

Stoßspritze mit Messingstiefel und Rohr von 1847

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1850 - Fahne beschafft

Fahne von 1850, präsentiert von Fritz Waller

Im Jahr 1850 wurde eine Fahne für die Feuerwehr Hirrlingen beschafft. Sie trägt das Gemeindewappen, die Pflugschar, in der alten Art und ist aus Seide gefertigt.

Über ihre Geschichte oder ihren Erwerb finden sich keine Unterlagen mehr. Die Fahne ist heute noch im Besitz der Feuerwehr.

 

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1870 - weitere Druckspritze beschafft

Im Jahre 1870 wurde die Feuerwehr Hirrlingen erneut verbessert. Besonders habe sich die neu angeschaffte Fuhrfeuerspritze ausgezeichnet, welche mit Schläuchen je mit 25 Fuß lang versehen ist. Folgende Feuerlöschgerätschaften gehörten damals zum Bestand:

1 Stoßspritze mit Messingrohr, 1 Schlauch- und Rohrspritze mit eisernem Druckbaum, 1 hölzerne Tragspritze mit Messingrohr, 3 große Feuerleitern, 3 große Feuerhacken, 125 Feuereimer, 2 Äxte, 2 Pickel, 6 Wasserbutten, 3 Wasserschapfen u. 25 Pechfackeln.

Schlauch- und Rohrspritze von 1870

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1870 - Organisation

Die Lösch- und Rettungsmannschaft war in Rotten eingeteilt. Die Steiger- und Rettungsrotte zu 18 Mann war die freiwillige Abteilung innerhalb der Wehr und dementsprechend ausgerüstet. Die Butten- und Wasserträger-Rotte war meistens namentlich bestimmt und die jüngsten und kräftigsten waren als Spritzenbedienung eingeteilt. Eine Rotte hatte beim Brand die Handspritzen, die kleine Spritze und die Schläuche zu bedienen und für die Herbeischaffung von Wasser zu sorgen. Zum Heraustragen der Fahrnisgegenstände war ebenfalls eine Rotte bestimmt, diese unterstand direkt dem Gemeinderat (Diese Rotte hieß auch im Volksmund "d' Speckhüter").

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1870 - Alarmierung

Feuersignal wurde durch den 1. und 2. Hornisten geblasen.

Das Sturmläuten mit den Glocken war durch eine bestimmte Anordnung festgelegt: ½ Minute mit der kleinen Ziehglocke, dann die mittlere und zuletzt die große. Alle zusammen wurden 1 Minute geläutet. Die große und mittlere hörten auf und die kleinere wie vorher läutete weiter. Später setzten dann die anderen wieder ein.

Brach auswärts ein Brand aus, fing die große zu läuten an, in umgekehrter Reihenfolge.

Bei Waldbrand wurde die mittlere, dann die kleine und zuletzt die große Glocke geläutet. Diese Alarmierung hatte Gültigkeit bis zur Installierung der Sirene auf dem Schlossdach.

Alarm!

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1919 - Neubildung

Die "Feuerwache" wird unter Kommandant Johannes Kurz neu gebildet.

1926 - Freiwillige Feuerwehr gegründet

Am 6. Juni 1926 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hirrlingen als solche gegründet. Kommandant war Anton Kessler (Kaufmann).

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1928 - Kreisfeuerwehrtag in Hirrlingen

Am 29. Juni 1928 fand in Hirrlingen der Bezirksfeuerwehrtag des O.A. Rottenburg unter der Regie des damaligen Bezirksfeuerlöschinspektors Ludwig King statt.

Die Hirrlinger Feuerwehr führte unter Kommandant Anton Kessler (Kaufmann) eine Hauptübung vor, welche "von einer trefflichen Schulung bestes Zeugnis" gab. 23 Wehren des Bezirks und der hohenzollerischen Nachbarorte nahmen am Festzug teil.

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1941 - Tragkraftspritze beschafft

Handdruckspritze (Herstellungsjahr unbekannt)

Im Jahre 1941 wurde eine Tragkraftspritze der Firma Magirus angeschafft. Es handelte sich dabei um die erste motorisierte Spritze der Wehr. Eine weitere Tragkraftspritze kam vor Kriegsende dazu. Diese beiden Geräte bewährten sich besonders bei der Brandkatastrophe im April 1945, als Hirrlingen von amerikanischen Jagdbombern angegriffen wurde.

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1953 - Karl Kurz wird Kommandant

Im November 1953 wurde Karl Kurz zum Kommandanten gewählt. In seiner Ära entwickelte sich die Wehr in kurzer Zeit zu einer mustergültigen und schlagkräftigen Truppe, die dies in vielen Brandfällen und Wettkampfübungen bewies.

Auf die Zusammenarbeit mit anderen Wehren wurde besonderen Wert gelegt: Großübungen mit Rottenburg und Hemmendorf in Hirrlingen; in Frommenhausen mit Rottenburg, Frommenhausen und Schwalldorf.

Neben der Sicherung von Hab und Gut des Nächsten beteiligte sich die Feuerwehr auch intensiv am kulturellen Leben der Gemeinde. So wurden regelmäßig Theaterstücke aufgeführt. Besonders hervorzuheben: Geierwally - Alpenglühen - Der Bettler am Kreuz. Mit diesen Aufführungen erspielte sich die Wehr große Erfolge und war sogar auswärts zu Gastspielen engagiert (Stetten und Hechingen).

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1958 - Kreisfeuerwehrtag in Hirrlingen

Fahne von 1958 - Es ist die heute verwendete Fahne.

1958 war die Freiwillige Feuerwehr Hirrlingen Ausrichter des 6. Kreisfeuerwehrtages verbunden mit Fahnenweihe und 110 jährigen Jubiläum. Ein großes Fest und Ereignis für Bevölkerung und die 53 Wehren war der Festgottesdienst mit Fahnenweihe, die große historische Schauübung mit Steigerwand und Festzug. Patenschaft übernahm gerne die motorisierte Feuerwehr Rottenburg.

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1964 - Erstes Leistungsabzeichen und Bezug Gerätehaus

Voll Stolz erinnert sich die Hirrlinger Wehr an den ersten Feuerwehr-Leistungskampf in Heilbronn nach den Richtlinien des Landes Baden-Württemberg.

Als erste und einzige Wehr des Kreises Tübingen errang eine Gruppe unter Gruppenführer Eugen Deibler das Leistungsabzeichen in Bronze.

Auch bewies sie technische Fähigkeiten beim Bau eines Steges über die Starzel am Oskar-Kurz-Zeltplatz.

Im selben Jahr, 1964 wurde die ehemalige Zehntscheuer zum Gerätemagazin umgebaut.

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1967 - Erstes Löschfahrzeug beschafft

1967 war ein großer Tag. Die Anschaffung eines Löschfahrzeugs LF8 TS sollte die Ausrüstung wesentlich verbessern und den Feuerschutz zufriedenstellend lösen. Das Fahrzeug wurde durch die Firma Bachert auf einem Mercedes-Benz Fahrgestell aufgebaut. Es war bis 1993 im Einsatzdienst

Die Zusammenarbeit bei verschiedenen Großübungen mit dem DRK - Zug Hirrlingen - war immer vorzüglich. Die Bevölkerung konnte sich auf beide Hilfsorganisationen voll verlassen.

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1974 - Erstes Leistungsabzeichen in Gold

Nach 10 Jahren sind die ersten 12 Männer Träger des Goldenen Leistungsabzeichens.

Im Rahmen der Brandschutzwoche 1974 wurden verschiedene Schauübungen mit Löschangriff und Rettungsübung demonstriert. Auch ein Quiz mit feuerwehrtechnischen Fragen wurde durchgeführt.

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1976 - Unterrichtsraum gebaut

Im Lauf des Jahres 1976 bauen die Kameraden in vielen freiwilligen Arbeitsstunden in den unteren Räumen des Schlosses ihr "Florianstüble" zu einem Unterrichtsraum aus.

Dort finden auch Kameradschaftsabende, Generalversammlungen und nach jeder Übung Manöver-Kritik statt.

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1977 - Patenschaft übernommen

Bei der Fahnenweihe in Dettingen übernimmt unsere Wehr 1977 die Patenschaft.

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1978 - Erster Feuerwehrmarsch

Im Jahr 1978 steht die Freiwillige Feuerwehr Hirrlingen nunmehr seit einem Viertel Jahrhundert unter der umsichtigen Führung ihres Kommandanten Karl Kurz.

In diesem Jahr richtet sie den 1. Feuerwehrmarsch für Jedermann aus. Er findet großen Anklang bei Feuerwehrmännern und Zivilpersonen.

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1981 - Unterstützung der Feuerwehr-Olympiade in Böblingen

Während der Feuerwehr-Olympiade 1981 in Böblingen wird eine Delegation aus Báránel / Ungarn bei uns empfangen und bewirtet.

Da Hirrlingen mit der Gemeinde Hajòs bereits in engem Kontakt steht und die erste offizielle deutsch-ungarische Partnerschaft vorbereitet, sind uns die ungarischen Feuerwehrkameraden besonders herzlich willkommen.

Die offizielle Partnerschaft konnte übrigens im Jahr 1982 geschlossen werden. Mitten in Zeiten des eisernen Vorhangs.

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1984 - Rudolf Waller wird Kommandant

Nach über 30jähriger Tätigkeit als Kommandant wird Karl Kurz durch Rudolf Waller abgelöst.

Weiterhin wird großer Wert auf eine gute und nachhaltige Ausbildung gelegt. In seiner Amtszeit wurde erstmals das bayerische Leistungsabzeichen erworben. Selbstverständlich wurde auch Weiterhin an den baden-württembergischen Wettbewerben teilgenommen.

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1987 - Jugendfeuerwehr gegründet

Die Wehr entschloss sich 1987 zur Gründung einer Jugendfeuerwehr der sich auch gleich sieben junge Kameraden anschlossen. Diese Truppe wurde von Anton Neher geleitet.

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1993 - LF 16/12 beschafft

1993 wurde ein Tag der offenen Tür veranstaltet der zahlreiche Besucher anlockte. Am meisten interessierte das neu angeschaffte LF 16/12 mit seiner reichhaltigen Ausstattung.

Noch im selben Jahr wurde das alte Löschfahrzeug (LF 8) durch mehrere Kameraden in unsere Partnergemeinde Hajòs nach Ungarn überführt.

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1995 - Kreisjugendfeuerwehrtag in Hirrlingen

1995 konnte der Kreisjugendfeuerwehrtag unter der Leitung von Kreisjugendfeuerwehrwart Anton Neher in Hirrlingen abgehalten werden.

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1999 - Anton Neher wird Kommandant

1999 konnte Rudolf Waller nach 15 Jahren im Amt des Kommandanten auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken, die nun von Anton Neher und seinem Stellvertreter Michael Haas erfolgreich weitergeführt wird.

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2004 - Erster Wettbewerb für Handdruckspritzen

Am 19. und 20. Juni 2004 wurde der erste Wettbewerb für Handdruckspritzen in Hirrlingen durchgeführt.

Gestartet wurde am Samstag mit einer Meisterschaft der Hirrlinger Vereine, bei der die gepumpte Wassermenge und die Wurfweite gewertet wurden.

Beim Wettbewerb der Feuerwehren am Sonntag wurde neben diesen Kriterien auch die Technik und der Zustand der Spritze berücksichtigt.

 

 

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2008 - Jugendzeltlager

Am 24. und 25. Mai 2008 wurde für die Jugendfeuerwehren des Landkreises ein Zeltlager durchgeführt.

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2009 - Erstmals 2 Stellvertretende Kommandanten

Im Jahr 2009 beschließt die Hauptversammlung eine Änderung der Satzung. Um den Kommandanten bei der Abwicklung seiner vielfältigen Tätigkeiten zu entlasten, können künftig mehrere Stellvertreter gewählt werden. Die Möglichkeit wird auch sofort genutzt und Markus Hofelich zum 1. Stellvertreter, Martin Baur zum 2. Stellvertreter gewählt.

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2012 - Neues Gerätehaus bezogen

Lange Jahre war die Feuerwehr in der Zehntscheuer des Schlosses untergebracht. Die Gebäude entsprachen nicht mehr den Richtlinien und nicht mehr dem Stand der Technik.

Zudem waren mehr und mehr Parkprobleme und damit Probleme beim Ausrücken bei dem Standort in der Ortsmitte aufgetreten.

Die Feuerwehr konnte im Jahr 2012 ein neues Gerätehaus im Gewerbegebiet "Hinter der Kirche" beziehen.

Schlusswort

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.

Mögen die Feuerwehrmänner und -frauen diesem Wahlspruch entsprechend weiter wirken zum Segen und zum Besten unserer Heimatgemeinde.

Möge es immer Männer und Frauen geben die bereit sind freiwillig, selbstlos und uneigennützig das Leben sowie Hab und Gut anderer zu erhalten.

Freiwillige Feuerwehr - unsere Freizeit für Ihre Sicherheit.

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Kommandanten

1878
Johann Baptist Leins

1889-91
Kdt. Leins

1892-96
Kdt. Kessler

1897-1905
Johannes Leins (Küfer)

1906
Johannes Leins

hier lückenhaft

1918
Johannes Leins

1919
Johannes Kurz

1922
Paul Kalbacher

1926-1945
Anton Kessler

1945-1946
Matthäus Leins

1946-1953
Otto Kessler

1953-1984
Karl Kurz

1984-1999
Rudolf Waller

1999-2014
Anton Neher

seit 2015
Markus Hofelich